Kunst und Kultur

Zuhören und mitkomponieren

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Ob Film, Kleinkunst, Malerei, Musik, Oper oder Theater – in der Schweiz kommt jeder zu seinem Recht. Dabei wechselt die Szene von traditioneller Darbietung wie Volksmusik, zu modernem Theater und Performances, je nach Geschmack und Location.

Mit einem Paukenschlag startete das Schweizer Theatergeschehen in das Jahr 2015. Das Projekt „King Arthur“ des englischen Dramatikers John Dryden und des Komponisten Henry Purcell eröffnete im Theater Solothurn die Saison. Knapp eineinhalb Jahre gastierte das Ensemble des Theaters und Orchesters Biel-Solothurn im Exil. Das kleine Altstadttheater wurde umgebaut. Nach Auftritten in Kneipen, Museen und Reithallen kehrte es ins Theater zurück mit dieser über die Grenzen hinaus beachteten Premiere. Die barocke Oper, die auch das erste Musical der Geschichte genannt wird, passt perfekt in das renovierte Haus. Bei der Renovation legte man barocke Fresken aus dem 18. Jahrhundert frei. Umbaupläne wurden geändert, die Malereien wieder in den Raum integriert, und das älteste Stadttheater der Schweiz nennt sich nunmehr „das schönste Barocktheater der Schweiz“.

Kunsthallen sind das Sandwich zwischendurch

Dieses Beispiel führt vor, wie der Kulturbetrieb in der Schweiz tickt. Jenseits der großen Events wie einer Art Basel oder der Festivals in Luzern und Lausanne findet viel Beachtenswertes und Spektakuläres in den kleineren Städten und in der Provinz statt. Die meisten Kunst- und Kulturinteressierte dürften beide Kategorien interessieren. So erlauben sich viele Schweizer Städte nicht nur Museen, sondern auch architektonisch interessant gestaltete Kunsthallen. Sie stehen wie keine andere Institution den zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern nahe, können provokante Werke und avantgardistische Künstler zeigen. Kunsthallen machen Spaß als kleine Ausflüge zwischendurch. Oder sie sind der „Sandwich zwischen den großen Mahlzeiten“. Jenseits des Mainstreams zu operieren ist das Privileg der Kunsthallen. Auf diese Art sind sie den Museen und Galerien voraus. Im profitorientierten Kunstbetrieb sorgen so Kommunen dafür, dass auch junge unbekannte Künstler eine Chance auf Entdeckung haben. Spannend wird sein, wie die Kunsthallen der drei großen deutschschweizer Städte zukünftig agieren. Sowohl in Zürich übernehmen mit Daniel Baumann als auch in Basel mit Elena Filipovic und in Bern mit Valérie Knoll neue Direktoren und Direktorinnen. Andere große Kunsthallen wie in Winterthur, Luzern, St. Gallen oder Fribourg werden als Konkurrenten nicht weniger innovativ sein. Als öffentliche Institution hat sich die Art International Zürich etabliert. Kauf von Kunstwerken, Kontakte zu Künstlern und Galeristen und die Entdeckung junger Talente sind ebenso möglich wie ein entspanntes Cruisen entlang der Präsentation von Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie. Die 17. Kunstmesse findet 2015 am 16. bis 18. Oktober statt.

Kunstmesse in Basel ist ein Klassiker im Terminkalender

Dank weltweiter Ausstrahlung und absolutem Highlight von Kunstliebhabern und Kunstsammlern bleibt die Art Basel als internationale Kunstmesse für viele Kenner das große Kunstereignis des Jahres. Rund 300 führende Galerien aus über 30 Ländern präsentieren sich auf der Art Messe Basel und zeigen moderne und zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhundert. Das Angebotsspektrum der Basler Kunstmesse umfasst dabei Gemälde, Skulpturen und Installationen sowie Videos, Multiples, Drucke, Fotografie und Performance von mehr als 4000 Künstlern. Programme mit über 30 Podiumsdiskussionen runden das Ausstellerangebot der Kunstmesse Art Basel ab. Sie geht vom 18. bis 21. Juni 2015. Eine feste Größe im Terminkalender von Musikliebhabern ist das Lucerne Festival im Sommer (14. August bis 13. September 2015). Neben den Touristen-Attraktionen wie dem Bourbaki-Panorama, dem Gletschergarten, dem Reusswehr und den 225 Brunnen der Stadt mutet das Festival an ein Gipfeltreffen berühmter ­Orchester, legendärer Dirigenten und virtuosen Solisten an. Ein Höhepunkt wird in diesem Jahr “Eine Sinfonie für Luzern” sein. Die Sinfonie ist ein Projekt zusammen mit dem Komponisten Tod Machover und der Luzerner Bevölkerung. Aus möglichst vielen gesammelten Tönen aus der Stadt entwickelt Tod Machover ein Klangwerk von und für Luzern. Wer zuhört, komponiert mit!

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