Gotthard

Tunnel im Blick

Von Jens Bartels · 2016

Tunnelbohrer: Mehr als 28 Millionen Tonnen Geröll wurden aus dem Gotthard geholt.

In diesem Jahr nimmt in der Schweiz der längste Eisenbahntunnel der Welt seinen Betrieb auf. Der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel führt von Erstfeld im Kanton Uri bis Bodio im Kanton Tessin. Er ist das Herzstück der „Neuen Eisenbahn-Alpentransversale“ und stellt auch für Europa eine wegweisende Verbindung her.

Europa ist um ein Jahrhundertwerk reicher: In der Schweiz ist der mehr als zwölf Milliarden Franken teure Gotthard- Basistunnel eröffnet worden. Reisende können die neue Strecke regulär mit Beginn des Fahrplanwechsels am 11. Dezember 2016 nutzen. Er verbindet Erstfeld im zentralschweizerischen Kanton Uri mit Bodio im Kanton Tessin. Allein im Einzugsgebiet zwischen dem Süden Deutschlands und dem Norden Italiens werden mehr als 20 Millionen Menschen von der neuen Verbindung in der Schweiz profitieren. Es ist nicht der einzige Pluspunkt. Denn für die Eidgenossen werden mit dem Projekt auch verkehrsund umweltpolitische Leitlinien umgesetzt: Dank des neuen Tunnels verlagert sich der Transport von Gütern und Menschen weiter von der Straße auf die Schiene und die Alpenlandschaft bleibt vor Zerstörung bewahrt.

Technisch auf höchstem Niveau

Was das neue Bauwerk von dem im Jahre 1882 in Betrieb genommenen alten Gotthardtunnel unterscheidet, ist übrigens nicht nur die Länge, sondern auch die Tiefe, Gradlinigkeit und Ebenerdigkeit der Strecke. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer Flachbahn. Der Basistunnel weist praktisch keine Steigungen auf, auch enge Kurven gibt es nicht. Mehr als 28 Millionen Tonnen Gestein und Geröll wurden dafür aus dem Gotthard mit Bohrungen und Sprengungen herausgeholt. Dieses Material würde einen 7.100 Kilometer langen Güterzug von Zürich bis Chicago füllen. Auch die Sicherheitsarchitektur des Bauwerks ist bemerkenswert: Das jeweils einspurige Tunnelsystem besteht aus zwei richtungsgetrennten Röhren. Alle 325 Meter verbinden Querschläge die beiden parallelen Tunnelröhren, bei einem Notfall sind somit Fluchtwege schnell erreichbar. Zwei Spurwechsel ermöglichen, dass Züge die andere Röhre erreichen können.

Schnell von Nord nach Süd

Reisende können sich nicht nur sicher fühlen, sie dürfen sich zugleich über kürzere Reisezeiten freuen. Nach dem Abschluss der Arbeiten auf der gesamten Gotthard-Achse samt Tunnelröhre durch den Lötschberg und dem Ceneri-Basistunnel wird sich die Fahrtzeit zwischen Zürich und Lugano voraussichtlich ab dem Jahr 2020 um 45 Minuten verkürzen. Passagiere brauchen für diesen Weg dann nur noch rund zwei Stunden. Die Strecke zwischen Zürich und Bellinzona wird zur Pendlerdistanz, nach Mailand fahren Reisende mit dem Zug in Zukunft sogar in weniger als drei Stunden.

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