Logistikmarkt

Schweizer Transport auf Hochtouren

Von Tobias Lemser · 2014

E-Commerce, der anhaltend starke private Konsum und Outsourcing sind die wichtigsten Faktoren, die den Schweizer Logistikmarkt antreiben. Da der Löwenanteil aller Gütertransporte über die Straße abgewickelt wird, bleiben Lösungsansätze zum Schutz der Umwelt weiterhin im Fokus.

Artikel auswählen, in den Warenkorb legen und mit einem Klick bezahlen: Nicht nur die Deutschen, auch in der Schweiz kaufen immer mehr Leute im Web ein und werden vielen Online-Händlern das laufende Weihnachtsgeschäft beflügeln. Damit die Waren aber auch pünktlich bei den Kunden eintreffen, bedarf es natürlich einer ausgeklügelten Logistik.

Die Herausforderung: Immer kleinere Produktmengen müssen zu niedrigen ­Preisen­ geliefert werden. Um so viele Endkunden wie möglich anfahren zu können, sind Logistikanbieter gefordert, ihr lokales Verteilernetz auszubauen und in neue Lieferzentren und -flotten zu investieren.

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Aber nicht nur der rasant wachsende Online-Handel verleiht dem Schweizer Logistikmarkt Dynamik: „Unternehmen fokussieren sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen und lagern die Logistik aus, was ebenso zu weiterem Wachstum beiträgt“, sagt Valentin Wepfer vom Fachverband für nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke GS1 Switzerland. So setzte der Schweizer Logistikgesamtmarkt 2012 mit einem wertbezogenen Marktvolumen von 37,8 Milliarden Franken – rund 31,4 Millarden Euro – den Wachstumstrend fort. Mit rund 80 Prozent des gesamten Güteraufkommens stellt die Straße den bedeutendsten Verkehrsträger im Gütertransport in dem kleinen Alpenland dar. Während 14 Prozent auf den Schienengüterverkehr fallen, liegen die Anteile der Luftfracht bei unter einem Prozent sowie der Rohrleitungs- und Schiffsverkehre bei vier beziehungsweise drei Prozent. Und dann ist da noch die Binnenschifffahrt: Dabei ist besonders die Rheinanbindung im Außenhandel mit Deutschland zu nennen, aber auch die Abwicklung von Hinterlandverkehren von den Hochseehäfen. Hierbei von großer Bedeutung werden die für das Jahr 2020 geplanten trimodalen Umschlagterminals der Rheinhäfen – mit der Anbindung an Schiff, Bahn und Lkw – sein.

Unterirdische Güterverkehre

Und was ist mit der lieben Umwelt und dem Klimaschutz? Fragen, mit denen sich das Logistikgeschäft befassen muss. Zwar sind die Fuhrparks zum Großteil auf dem neuesten Stand und der Anteil an Leerfahrten auf niedrigem Niveau, dennoch sind der Schienen- und Straßenverkehr an der Kapazitätsgrenze angelangt. Laut Valentin Wepfer könnte die Logistik daher unter die Erde wandern. Dieses neue sogenannte Sous-terrain-System könne schon in zehn Jahren gängige Praxis sein. Das Besondere daran: Transportfahrzeuge befördern beladene Paletten unterirdisch zwischen wichtigen Logistik- und Verteilzentren in der Schweiz. Die Logistik der Zukunft? Das wird sich in den kommenden Jahren herausstellen.

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