Förderung

Schweiz stärkt innovative Branchen

Von Andrea von Gersdorff · 2016

Künftig sollen auch kleine und mittlere Unternehmen mehr neue Produkte entwickeln. Bislang half der Bund dabei mit der Vermittlung von Forschungseinrichtungen und der finanziellen Förderung von Projekten. Künftig soll es auch Steuererleichterungen geben.

Das UBS Chief Investment Office Wealth Management macht sich Gedanken über die Zukunftsfähigkeit der Schweizer Volkswirtschaft. Ihr Urteil: Nur Innovation kann das Wachstum langfristig sichern. Vorbild sind die – gemessen an den Patentanmeldungen 2014 – 20 innovativsten Schweizer Firmen. Diese generieren unter Einbezug der indirekten Effekte 9,6 Prozent des nominalen Bruttoinlandprodukts und schaffen 7,6 Prozent aller Schweizer Arbeitsplätze, haben die Banker errechnet. Sie sind zudem deutlich produktiver und wachsen schneller als andere Industriebranchen. Zudem investieren sie überproportional in Forschung und Entwicklung. Aber auch im Mittelstand sind viele innovative Firmen zu finden. Gar elf Prozent der industriellen klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind Hidden Champions, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Credit Suisse. Nach eigenen Angaben sind diese Firmen mit mindestens einem ihrer Kernprodukte weltweit Marktführer. Besonders stark ist der Schweizer Mittelstand im Bereich der Präzisionsinstrumente. Fast 60 Prozent bezeichneten sich als globaler Marktführer. Die Uhrenindustrie folgt mit rund 30 Prozent und der Maschinen- und Fahrzeugbau mit 22 Prozent.

KMU wichtig für Innovationen

Kein Wunder also, wenn seitens der Standortpolitik einiges getan wird, um die Innovationsfähigkeit der Firmen zu fördern. Unterstützt werden die Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der KMUs derzeit insbesondere durch Netzwerke und Plattformen der eidgenössischen Kommission für Technologie und Innovation (KTI), wobei die KTI zumeist als Vermittlerin fungiert. Sie bringt Unternehmen mit passenden Forschungseinrichtungen zusammen, sodass diese zusammenarbeiten können. Möglich ist auch, dass Unternehmen und Forschungsinstitute untereinander nur einen Austausch suchen und keine Kooperation an einem konkreten Projekt. Ebenso werden Kontakte ins Ausland vermittelt. Im Fokus des Netzwerks der KTI stehen jedoch weniger digitale Themen als vielmehr anwendungsorientierte High-Tech-Gebiete: Hochleistungs-Faserverbundtechnologien, Life Sciences, innovative Oberflächen, Biotechnologie, Innovationen im Lebensmittelsektor sowie in den Bereichen Holz, Logistik und Photonik. Wollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammenarbeiten, übernimmt die KTI nach Bewilligung des entsprechenden Antrags die Hälfte der entstandenen Kosten. Das Geld geht dabei an das Institut, die andere Hälfte trägt das Unternehmen. So findet ein Austausch von Forschungsmöglichkeiten und Know-how mit Produktentwicklung statt, was das Tempo der Innovation bis zur Marktreife erhöht.

Künftig Steuererleichterungen

Steuerliche Erleichterungen für Forschung und Entwicklung gibt es in der Schweiz außer im Kanton Nidwalden nicht. Zur Stärkung der F&E-Anstrengungen der Unternehmen und des Standorts Schweiz hat der Bundesrat nun in der geplanten Unternehmenssteuerreform III ähnliche Maßnahmen wie in Nidwalden – Einführung einer Patentbox, die Senkung der kantonalen Kapitalsteuern sowie die steuerliche Absetzbarkeit von F&E-Ausgaben – vorgesehen.

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