Bildung

Lernen mit Kopf und Hand

Von Karl-Heinz Möller · 2014

Bildung wird groß geschrieben. Sie zieht sich wie ein roter Faden vom Kinderhort bis zur Hochschule und Universität durch das Leben. Im Vergleich zu anderen Ländern stehen die schweizerische Schul-, Berufs- und Akademiker-Ausbildung auf einem qualitativ sehr hohen Niveau. Eine Besonderheit ist das zweigleisige berufliche Ausbildungsmodell.

Über den Nutzen von Bildung zu streiten, kommt kaum jemandem in den Sinn. Erst recht nicht in Verbindung mit hoch entwickelten und reifen Volkswirtschaften wie der Schweiz. Bildung gilt auch hier als Basis für hohe Lebensqualität und politische Stabilität. Als selbstverständlich angesehen wird der ideelle und nichtmonetäre Nutzen von Bildung. Etwa in Form eines hochspezialisierten Gesundheitswesens, oder ausgeprägt in Zufriedenheit und Glück als Ergebnis eines gesellschaftlichen Konsenses. Die Möglichkeiten der politischen Teilhabe, die sich in der Beteiligung der Bürger an Entscheidungen per Volksentscheid eindrucksvoll niederschlägt, sind beispielhaft.

Bildung nutzt dem Individuum und der Ökonomie

Monetär wirkt sich Bildung für den Einzelnen in der Regel ebenfalls positiv aus. Erfüllung im Beruf, relative Sicherheit auf ein adäquates Einkommen sowie soziale Absicherung wirken direkt und indirekt komfortabel auf die Lebenssituation. Somit setzt Bildung einen makroökonomischen Prozess in Bewegung, der für einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen in Form eines höheren Wirtschaftswachstums und steigende Steuererträge sorgt.
Ein Eckpfeiler in der Struktur des beruflichen Bildungssystems ist die duale Berufslehre. Sie sei ein wesentlicher Faktor des Erfolgsmodells Schweiz. Obwohl auch hierzulande der Trend weiter in Richtung Akademisierung gehe. Der Schweizer Bildungsexperte Rudolf Strahm sagt: „Die duale Berufsbildung findet heute national und international mehr Beachtung als vor zwei Jahrzehnten.“ Heute stünden die Berufsbildungsländer dank ihrer relativ niedrigen Jugendarbeitslosigkeit und der hohen industriellen Performance besser da als die Länder mit vollschulischen und akademischen Bildungsgängen. In der Schweiz sieht das duale System eine Lehre in einem Unternehmen neben einer Ausbildung in einer Berufsschule vor. Diese Wahl ermöglicht ganzheitliches Arbeiten, mit theoretischem Wissen im Kopf und praktischen Umgang im Handwerk. Diesen Weg wählen jedes Jahr zwei Drittel der Jugendlichen in Ausbildung. Das Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) beschreibt den Erfolg: „Dank des riesigen Angebotes an Berufsmöglichkeiten öffnet das duale Bildungssystem der Schweiz die Tür zur Arbeitswelt und ermöglicht vor allem eine umfassende Ausbildung. Die Schüler erwerben nicht nur theoretisches Wissen und theoretische Fähigkeiten, sondern es wird ihnen von allem Anfang an auch Verantwortung übertragen.”

Initiative gegen den Fachkräftemangel mit mehr Mathe und Informatik

In der aktuellen Diskussion spielt auch der akute Fachkräftemangel eine entscheidende Rolle. Besonders vor dem Hintergrund des Votums für eine schärfere Regulierung der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer. Die Schweizer Wissenschafts- und Bildungskommission des Ständerates (WBK) hält nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative eine neue Strategie für „absolut dringend“. In einem Bericht der Kommission für 2014 wird insbesondere auf den MINT-Fachkräftemangel hingewiesen. Es zeige sich, dass die Belegung eines mint-Schwerpunktfachs im Gymnasium positive Folgen hat für die Wahl eines mint-Studiums. „Um die Anzahl der mint-Studierenden zu erhöhen, müsste vor allem die Anzahl Schülerinnen und Schüler in einem mint-Schwerpunktfach erhöht werden,“ heißt es.
In Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Universitäten bleibt die Schweiz führend. Die ETH Zürich ist weiter die beste Universität auf dem europäischen Kontinent. Im neusten „Times Higher Education World University Ranking” rangieren wie im Vorjahr sieben Schweizer Universitäten unter den Top 200. Beachtlich für ein Land in dieser Größe. Die eth landete weltweit auf Platz 14. Die eth Lausanne epfl verbesserte sich von Platz 40 auf 37, die Universität Basel rückte um 68 Ränge von Platz 142 auf 74.

Quelle: Bundesamt für Statistik 2013

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