Seilbahnen

Hightech in den Schweizer Alpen

Von Andreas Taler · 2015

Die Schweizer Alpen ohne Seilbahnen? Undenkbar! Rund 1700 hochmoderne Anlagen mit einer Gesamtlänge von 1700 Kilometern gibt es in der Schweiz. Und sie gelten als eines der sichersten Transportmittel überhaupt.

Seilbahnen sind nicht nur eine praktische Transportmöglichkeit für alpine Sportler, sie gehören auch zu den sichersten Verkehrsmitteln weltweit. In den Jahren 2002 bis 2007 verletzten sich von 100 Millionen Fahrgästen auf Seilbahnen im Durchschnitt 7,8 Personen, einen Todesfall gab es in dieser Zeit nicht. Das hat das Institut für Leichtbau und Seilbahntechnik der Eidgenössischen Technischen Hochschule anhand offizieller Statistiken errechnet. Und auch in der Zeit von 2007 bis 2011 ereigneten sich nach Angaben des Bundesamtes für Verkehr (bav) auf den Schweizer Stand- und Luftseilbahnen nur 39 Unfälle mit zwei Todesfällen und 38 Schwerverletzten. Zum Vergleich: In allen Transportmitteln des öffentlichen Verkehrs kamen in diesem Zeitraum bei 1182 Unfällen 168 Menschen ums Leben. Grund dafür sind die strengen Sicherheitsrichtlinien, die eine tägliche Kontrolle der Seilbahnen vorschreiben, sowie regelmäßig stattfindende Prüfungen seitens des Seilbahnpersonals oder externer Sachverständiger. Grundsätzlich müssen Seilbahnen alle fünf Jahre durch einen externen Sachverständigen kontrolliert werden.

Seilbahnen unter der Lupe

Das bav nimmt die Anlagen im Schweizer Bundesgebiet allerdings meist alle zwei Jahre in Augenschein und prüft dabei stichprobenartig und risikoorientiert auf Grundlage eigener Erkenntnisse in der Aufsichtstätigkeit, eingehender Meldungen sowie Medienberichten. Bestandteile der Prüfung: mehrere Tests an den Anlagen an verschiedenen Tagen und die Sichtung der Instandhaltungsdokumentation. So wird zum Beispiel die Reaktion der Bremsen getestet. Dabei wird gemessen, wie lange es dauert, bis die Bahn mit der Motoren-, mit der Betriebs- und mit der Sicherheitsbremse zum Stillstand kommt. Den Abschluss der umfassenden Prüfungen bildet ein ganztägiges Audit, an dem nebst den Ergebnissen der Kontrollen vor allem das Seilbahnpersonal durchleuchtet wird: Wie sind die Betriebsprozesse arrangiert? Gibt es interne Qualitätskontrollen? Werden die Mitarbeiter regelmäßig geschult und über ihre Sorgfaltspflichten aufgeklärt? Wird aktives Risikomanagement betrieben? All das sind Fragen, die für die Sicherheit der Fahrgäste lebenswichtig sein können.

Sicher durch die Lüfte

Denn bei den meisten Schweizer Seilbahnen handelt es sich um Luftseilbahnen, die in der Luft hängen und von mehreren Stützen getragen werden. Sicherheit ist bei Seilbahnen natürlich ein entscheidendes Element. Mit dazu bei tragen klar festgelegte Normen im Luftseilbahnbau. So ist etwa gesetzlich fixiert, wie groß die maximale Geschwindigkeit, die Passagieranzahl oder der Abstand zwischen den Stützen sein dürfen. Natürlich ist auch für den täglichen Betrieb hoch qualifiziertes Personal unabdingbar. So umfasst der Beruf des Seilbahners eine zweijährige Ausbildung. Zu seinen Aufgaben gehören nicht nur die Begleitung der Fahrgäste in der Gondel und der Ticketverkauf an der Kasse. Vielmehr muss er auch in der Lage sein, Wartungen an den Gondeln in luftiger Höhe vornehmen zu können. Darüber hinaus gehören zu einem Seilbahnbetrieb Spezialisten aus dem Elektrohandwerk und aus mechanischen Berufen. Da sich moderne Seilbahnen immer mehr zu Hightech-Anlagen entwickeln, sind auch Elektroniker und Computerspezialisten Teammitglieder, die im Hintergrund den Betrieb am Laufen halten.

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