Kreativitätsschmieden

Die Bandbreite nimmt zu

Von Andrea von Gersdorff · 2016

Zürich ist als Wirtschafts- und Industriestandort bekannt. Mehr und mehr besticht die Stadt auch durch die Vielfalt der Unternehmenslandschaft. Firmen aus traditionellen Branchen arbeiten dort neben internationalen Neuansiedlungen und Start-ups aus Life Science und Digitalwirtschaft.

Die Region Zürich beweist, dass Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, seien sie traditionell geprägt oder ganz modern, nebeneinander bestehen können – wenn das Umfeld stimmt. So zählt dort beispielsweise die Schweizer Präzisionsindustrie zu den zukunftsträchtigsten Branchen. Die Hersteller von Mess- und Kontrollinstrumenten, optischen Geräten und Prozesssteuerungsanlagen gehören wie Produzenten von Uhren und medizintechnischen Geräten nicht selten zur Weltmarktspitze. Aber es ziehen auch internationale Unternehmen wie das Bitcoin-Unternehmen Xapo, das Biotech-Unternehmen Biogen, das in der Region Zürich eine biopharmazeutische Anlage baut, und die China Construction Bank dank erfolgreicher Wirtschaftsförderung nach Zürich. Ein entscheidender Standortvorteil für alle ist dabei die Nähe der Unternehmen zur Universität, Fachhochschule und der ETH Zürich, die einen Austausch zwischen beiden begünstigt und für einen Pool an qualifizierten Arbeitskräften sorgt. Weitere Faktoren sind die steuerliche Attraktivität des Kantons sowie die verkehrsgünstige Lage mit internationalem Flughafen.

Fokus Fintech

Die Nähe zu Forschungseinrichtungen macht sich auch bei der Gründung von Start-ups bemerkbar, deren Zahl kontinuierlich wächst. Zumeist als Ausgründungen durch Wissenschaftler entstanden, wollen diese den Kontakt mit Forschungsinstituten aufrechterhalten. Neben Medtech- und Biotech-Start-ups sind besonders digitale Neugründungen zu verzeichnen, zu denen vor allem Fintech- und Insurtech-Start-ups gehören, die mit digitalen Lösungen vor allem Dienstleistungen der Banken- und Versicherungen verbessern, ergänzen oder gleich ganz übernehmen wollen. Fintech stellt denn auch wegen der vielen Banken für die Wirtschaftsförderung der Stadt einen zentralen Entwicklungsschwerpunkt dar. Die gesamte Fintech-Szene soll stärker mit der Universität, der ETH und den Fachhochschulen verknüpft werden und einen Grundpfeiler für das in Planung befindliche „FinTech Innovation Lab Zürich“ bilden. Hier sollen dereinst alle wichtigen Akteure wie Banken, Technologieanbieter, Start-ups, Risikokapitalgeber und Universitäten zusammengebracht werden und Zürich bei den Investitionen in Start-ups auf Augenhöhe mit London oder gar Silicon Valley bringen.

Lockerungen notwendig

Allerdings, so der allgemeine Tenor in Zürich, müssen die Behörden der Stadt dazu ihre restriktive Politik bei der Anstellung von Top-Talenten aus Nicht-EU-Ländern aufgeben und die starke Besteuerung von Risiko-Kapitalgebern und Jungunternehmern lockern. Sonst werden die High Potentials der Welt weiterhin nach London und Kalifornien ziehen.

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