Alpine Erlebniswelten

Berge mit Idealmaßen

Von Paul Trebol · 2015

Mit dem Matterhorn fing alles an. Hundertausende jährlich reisen mittlerweile in die Schweiz, um Berge hochzuklettern, das Gipfelkreuz zu berühren und die Einzigartigkeit der Bergwelt einzusaugen. Es ist wie ein Fieber.

Wer alle hohen Berge jenseits von 2000 Metern Höhe besteigen möchte, hat gut zu tun. Die Schweizer Alpen umfassen 73 Viertausender (davon 19 Grenzberge zu Italien), 1161 Dreitausender und 2132 Zweitausender. Allein das Klettern auf die Viertausender dürfte eine sportliche Lebensaufgabe sein. Schon bei der Aufzählung der Namen und Höhen, angefangen bei der Dufourspitze, 4634 Meter, dem Dom, 4545 Meter, Finsteraarhorn, 4274 Meter, Alphubel, nur noch 4206 Meter hoch und zehnthöchster Berg, werden die meisten nach den ersten zehn Gipfeln passen. Ein Berg, den sogar außerhalb der Schweiz nahezu jeder kennt, ist das Matterhorn. Mit 4478 Metern liegt der Koloss als Teil der Walliser Alpen im Ranking nur an fünfter Stelle. Aber er ist eine Legende, ein Mythos der Alpen. 2015 feiert Zermatt den Berg der Berge. Vor 150 Jahren gelang erstmals die Besteigung. Das ganze Jahr über gibt es Events und Feierlichkeiten zur Erstbesteigung des letzten Viertausenders der Alpen.

Und ewig grüßt das Matterhorn

Das Matterhorn galt lange als nicht besiegbar. Viele Alpinisten hatten versucht, auf den Gipfel des Matterhorns zu gelangen. Keinem war es gelungen, weder von der italienischen Seite, noch von der Zermatt-Seite her. Am 14. Juli 1865 gelang der Siebener-Seilschaft von Edward Whymper die Erstbesteigung. Beim Abstieg der Erstbesteiger stürzten die vorderen vier der Seilschaft über die Nordwand tödlich ab. Tragisch: Der Tod provozierte die touristische Entwicklung von Zermatt. Reisende und Alpinisten kamen von da an in Scharen nach Zermatt, um ebenfalls das Matterhorn zu sehen und zu besteigen. Mehr noch: Das Matterhorn wird zum Symbol des Bergtourismus in der Schweiz. „Das Matterhorn - mystisch, majestätisch, der Berg der Berge. Seiner Faszination kann sich niemand entziehen. Weder Einheimische noch Gäste. Dreieckig. Ein Felszahn, der in den Himmel ragt. Alleinstehend am Horizont. Anziehungspunkt für Alpinisten, ästhetisches Emblem, Berg mit Ideal-Maßen. Mit schroffem Fels, mit verzauberndem Licht. Mit Wolkenspielen und Horizont-Verfärbungen. Sich am Matterhorn satt sehen? Unmöglich.“ So wird in Zermatt und in der Schweiz um weitere Gäste und Bewunderer geworben.

Möglichst naturverträglich sollen die Aktivitäten sein

Die zunehmende Begeisterung hat eine Kehrseite. Bei aller Faszination wird die Natur auf eine harte Probe gestellt. Deswegen haben Institutionen wie der Schweizer Alpine Club SAC ihr Engagement für den Erhalt der unerschlossenen alpinen Landschaften erhöht. Möglichst naturverträglich sollen die Aktivitäten gestalten werden. Dies umso mehr, weil Bergsportarten wie Skitouren oder Klettern in den letzten Jahrzehnten einen starken Boom erlebten. Die Schweiz soll das Paradies für Alpinistinnen und Kletterer bleiben, die in diesem kleinen Land alles finden, was Herz und Hände begehren. Viele der Routen, die auf diese Berge führen – Bernina via Biancograt, die Überschreitung der Blümlisalp oder das Matterhorn –, zählen längst zu den großen Klassikern und stehen jedes Jahr auf den Wunschlisten der Alpenpilger. Was für viele das Wandern, ist anderen die Fortbewegung auf zwei Rädern. Es muss eine andere, noch besonderere Art von Faszination sein, die Berge vom Bike aus zu erleben. Über unzählige Pässe, durch immer neue Täler. Eine technisch und konditionell fordernde Reise. Möglichkeiten gibt es auf alten Römerwegen, Wald- und Alpstraßen. Sie führen bis ins Hochgebirge auf schneebedeckte Viertausender. Neben Wandern, Klettern, Skifahren und Biken etablierten sich außerdem Paragliding und Drachensegeln als weitere Disziplinen. In diesem Spannungsfeld zwischen Schützen und Nutzen will der SAC als Vorbild und Pionier zu verhältnismäßigem Verhalten beitragen und ist aktiv mit Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ­Verbänden. Mit der Festlegung von Schutzgebieten sorgen Bund, Kantone und Gemeinden für den Schutz und die Erhaltung wertvoller Landschaften und Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten.

Quelle: skiresort.de, 2014

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